Warum dein LinkedIn-Profil mehr können muss als deinen Lebenslauf wiederholen
Lebenslauf kopieren, Berufserfahrung eintragen, Profilbild hochladen. Fertig ist das LinkedIn-Profil.
Wenn es nur so einfach wäre.
In meinen LinkedIn-Workshops begegne ich immer wieder Profilen, die im Grunde nichts anderes sind als ein digitaler Lebenslauf. Da stehen die bisherigen Arbeitgeber, die Stellenbezeichnungen und vielleicht noch ein paar Weiterbildungen.
Alles korrekt. Alles schön aufgelistet. Aber was kann dieser Mensch eigentlich besonders gut? Und wohin möchte er sich beruflich entwickeln?
Genau das bleibt häufig offen.
Das Wichtigste in Kürze
- Dein LinkedIn-Profil darf mehr zeigen als bisherige Stellen und Arbeitgeber.
- Besonders wichtig sind deine beruflichen Kompetenzen und deine zukünftige Ausrichtung.
- Recruiter sollen erkennen können, für welche Aufgaben du interessant bist.
- Eine klare Headline, ein aussagekräftiger Infotext und relevante Berufserfahrungen helfen bei deiner Positionierung.
- Dein Profil sollte zu deinem Lebenslauf passen, muss ihn aber nicht Wort für Wort wiederholen.
Dein Lebenslauf schaut zurück. Dein LinkedIn-Profil darf weiterdenken.
Natürlich gehören deine bisherigen Anstellungen auf LinkedIn. Schliesslich möchten Recruiter und berufliche Kontakte wissen, welche Erfahrungen du mitbringst.
Aber LinkedIn bietet dir die Möglichkeit, mehr über dich zu erzählen.
Was kannst du besonders gut? Welche Aufgaben übernehmen andere gerne mit dir? Welche Herausforderungen hast du gemeistert? Und was möchtest du künftig beruflich machen?
Gerade bei einer beruflichen Neuorientierung finde ich diese Fragen entscheidend.
Vielleicht hast du 20 Jahre im Verkauf gearbeitet, möchtest künftig aber stärker in der Kundenberatung tätig sein. Dann sollte dein Profil diese Richtung bereits erkennen lassen.
Du musst dafür nichts erfinden oder deine Vergangenheit schöner darstellen. Du kannst vorhandene Erfahrungen bewusst gewichten und zeigen, welche davon für deine Zukunft relevant sind.
«Ich bin doch einfach Sachbearbeiterin.»
Solche Aussagen bringen mich manchmal zum Nachdenken.
Was bedeutet «einfach Sachbearbeiterin»?
Vielleicht hast du jahrelang anspruchsvolle Kundenanfragen bearbeitet, neue Mitarbeitende eingearbeitet, Abläufe verbessert oder die Administration einer ganzen Abteilung organisiert.
Das sind Fähigkeiten, die über eine Stellenbezeichnung hinausgehen.
Und genau hier sehe ich eine der grössten Herausforderungen bei der beruflichen Positionierung: Wir beschreiben häufig unsere Aufgaben, statt unsere tatsächlichen Kompetenzen sichtbar zu machen.
In meinen Workshops stelle ich deshalb gerne zusätzliche Fragen. Was genau hast du gemacht? Wofür warst du verantwortlich? Was ist dir besonders gut gelungen?
Denn aus einer allgemeinen Stellenbezeichnung wird erst durch die konkreten Erfahrungen ein aussagekräftiges berufliches Profil.
Drei Bereiche, die ich auf LinkedIn besonders wichtig finde
1. Deine Headline: Mehr als eine Berufsbezeichnung
Direkt unter deinem Namen steht die LinkedIn-Headline, auch Profil-Slogan genannt.
Dort kannst du deine berufliche Funktion mit relevanten Kompetenzen verbinden.
Ein Beispiel:
Statt «Sachbearbeiterin» könnte dort stehen:
«Sachbearbeiterin Administration | Kundenbetreuung & Auftragsabwicklung | Erfahrung in der Prozesskoordination»
Natürlich nur, wenn diese Tätigkeiten tatsächlich zu deiner Erfahrung gehören.
Bei einer beruflichen Neuorientierung kannst du zusätzlich deine angestrebte Richtung aufgreifen.
2. Dein Infotext: Hier darf Persönlichkeit hinein
Der Infobereich wird meiner Meinung nach noch immer unterschätzt.
Dabei hast du hier die Möglichkeit, selbst zu erklären, was du kannst, was dich auszeichnet und welche beruflichen Aufgaben dich interessieren.
Ich würde diesen Bereich in der Ich-Form schreiben. Persönlich, verständlich und ohne die üblichen Floskeln wie «motiviert, teamfähig und belastbar».
Solche Eigenschaften können durchaus stimmen. Spannender finde ich aber konkrete Beispiele, die zeigen, wie du arbeitest.
3. Deine Berufserfahrung: Zeige, was dahintersteckt
Viele LinkedIn-Profile enthalten bei den bisherigen Anstellungen lediglich den Arbeitgeber und die Stellenbezeichnung.
Das ist schade.
Beschreibe deine wichtigsten Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Erfahrungen. Besonders diejenigen, die für deine zukünftige berufliche Ausrichtung relevant sind.
Du musst nicht jede Tätigkeit aus den letzten 25 Jahren ausführlich dokumentieren. Aber Menschen, die dein Profil besuchen, sollten nachvollziehen können, wo deine Kompetenzen liegen.
Drei Fragen für deinen LinkedIn-Profilcheck
Öffne dein LinkedIn-Profil und betrachte es einmal so, als würdest du dich selbst nicht kennen.
Erkennt man innerhalb weniger Sekunden, was ich beruflich kann?
Zeigt mein Profil, in welche Richtung ich mich entwickeln möchte?
Finden sich konkrete Beispiele für meine Erfahrungen und Kompetenzen?
Wenn du eine dieser Fragen mit Nein beantwortest, hast du bereits einen guten Ansatzpunkt für die nächste Profiloptimierung.
Was mir zum Schluss wichtig ist
Du musst auf LinkedIn keine andere Person werden. Du musst dich auch nicht ständig selbst vermarkten, wenn dir das unangenehm ist.
Aber du solltest anderen Menschen die Möglichkeit geben, zu erkennen, was du kannst.
Gerade wenn du eine neue Stelle suchst oder dich beruflich verändern möchtest, kann dein Profil eine wichtige Ergänzung zu deinem Lebenslauf sein.
Dein Lebenslauf zeigt, was du bisher gemacht hast. Dein LinkedIn-Profil kann zusätzlich zeigen, wofür du künftig stehen möchtest.
Und dafür lohnt es sich, etwas mehr Zeit zu investieren als nur für das Kopieren des Lebenslaufs.





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