Arbeitszeugnis prüfen: Worauf solltest du achten?
Ein Arbeitszeugnis gehört zu den wichtigsten Dokumenten deiner Bewerbung. Doch was muss eigentlich darinstehen? Und was kannst du tun, wenn du mit einzelnen Formulierungen nicht einverstanden bist?
Hier erfährst du, worauf du bei deinem Arbeitszeugnis in der Schweiz achten solltest.
Das Wichtigste in Kürze
- Du kannst während und nach dem Arbeitsverhältnis ein Arbeitszeugnis verlangen.
- Ein Vollzeugnis beschreibt deine Tätigkeit und beurteilt deine Leistung sowie dein Verhalten.
- Das Zeugnis soll wahrheitsgetreu, vollständig und wohlwollend formuliert sein.
- Fehlerhafte oder unvollständige Angaben kannst du beanstanden.
Was gehört in ein Arbeitszeugnis?
Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis, auch Vollzeugnis genannt, enthält insbesondere:
- Angaben zu deiner Person und zur Dauer der Anstellung
- Deine Funktionen und wesentlichen Aufgaben
- Eine Beurteilung deiner Arbeitsleistung
- Eine Beurteilung deines Verhaltens
Auf ausdrücklichen Wunsch kannst du auch eine einfache Arbeitsbestätigung verlangen. Diese beschränkt sich auf Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses.
Worauf solltest du beim Prüfen achten?
Kontrolliere zuerst die Fakten. Stimmen die Anstellungsdaten, deine Funktion und die aufgeführten Tätigkeiten?
Danach schaust du dir die Beurteilungen an. Werden deine Leistungen nachvollziehbar beschrieben? Sind wichtige Verantwortlichkeiten und Erfolge berücksichtigt?
Lies das Zeugnis aufmerksam, aber interpretiere nicht jede Formulierung automatisch als versteckte Botschaft. Entscheidend ist die Gesamtbeurteilung.
Was kannst du bei Fehlern tun?
Wenn Angaben fehlen oder aus deiner Sicht nicht korrekt sind, kannst du deinen ehemaligen Arbeitgeber um eine Berichtigung bitten.
Am besten formulierst du konkret, welche Stelle du beanstandest und welche Anpassung du vorschlägst.
Kommt keine Einigung zustande, kann eine arbeitsrechtliche Beratungsstelle helfen.
Praktische Checkliste
Meine Gedanken dazu
Durch meine frühere Tätigkeit im Personalwesen weiss ich, dass Arbeitszeugnisse aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden. Für Arbeitnehmende sind sie ein wichtiger Nachweis ihrer beruflichen Leistungen. Für Unternehmen dienen sie dazu, sich ein Bild über die bisherige Tätigkeit zu machen.
Deshalb würde ich ein Arbeitszeugnis nie einfach ungelesen ablegen. Besonders wichtig finde ich, dass deine tatsächlichen Aufgaben und Verantwortlichkeiten erkennbar werden. Gerade nach einer langen Anstellung hat sich oft viel verändert, was im ursprünglichen Stellenbeschrieb noch gar nicht stand.
Mein Tipp
Warte mit der Prüfung nicht bis zur nächsten Bewerbung. Wenn du dein Arbeitszeugnis zeitnah kontrollierst, lassen sich offene Fragen häufig einfacher klären.
Ein gutes Arbeitszeugnis ergänzt deinen Lebenslauf. Beide Dokumente sollten ein stimmiges Bild deiner beruflichen Erfahrung vermitteln.
Offizielle Quellen
Quellenstand: 11. Oktober 2026. Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.
Häufige Fragen zum Arbeitszeugnis
Kann ich auch während meiner Anstellung ein Arbeitszeugnis verlangen?
Ja. Du kannst jederzeit ein Zwischenzeugnis verlangen, beispielsweise bei einem Vorgesetztenwechsel oder wenn du dich beruflich neu orientieren möchtest.
Muss mein Arbeitgeber ein Arbeitszeugnis ausstellen?
Ja. Nach Schweizer Obligationenrecht hast du Anspruch auf ein Arbeitszeugnis.
Kann ich eine schlechte Beurteilung entfernen lassen?
Du kannst unrichtige oder unvollständige Aussagen beanstanden. Ein Anspruch auf eine ausschliesslich positive Beurteilung besteht jedoch nicht. Das Zeugnis muss wahrheitsgetreu sein.
Muss ein Arbeitszeugnis einen Kündigungsgrund enthalten?
Grundsätzlich nicht. Ein Kündigungsgrund kann aber relevant werden, wenn sein Weglassen ein irreführendes Bild vermitteln würde.
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